Auch heuer starteten wir am 26.12.10 von Landshut aus mit insgesamt 46 LKW in die verschiedenen Hilfsgebiete. Nachdem wir letztes Jahr nach Albanien gefahren sind, wurden wir dieses Jahr nach Bosnien - Herzegowina eingeteilt. Unsere 2 Lkw (ein Sattelzug der Spedition Gebrüder Weiss und ein Hängerzug ( der Fa. Remiger) machten sich mit 6 weiteren Fahrzeugen in Richtung Passau – Linz gegen 13.00 Uhr auf. Mit dabei waren auch 2 Lkw des THW, 2 Lkw von Mercedes Benz AG. Unser Weg führte uns über Wels- Spielfeld- nach Maribor , weiter nach Macelj zur österreichisch - slowenischen Grenze. Nach Erledigung der Zollgeschäfte fuhren wir gegen späten Abend bis in die Nacht Richtung Slavonski Brod an Zagreb vorbei. Nach endlosen Zollformalitäten konnten wir dann nach Bosnien einreisen. Von Bosanski Brod - nach einer kurzen Pause, ging es aber sofort weiter Richtung Visoko zum entzollen. Wir kamen dort gegen 22.00 Uhr an und mussten wiederum waaaarten…..bis zum nächsten morgen, das uns die Zöllner „entzollen“. Das heißt: Von jedem Lkw wurden die Plomben entfernt- jeweils ein Paket entnommen und mit der angemeldeten Packliste verglichen. ‚Schon‘ gegen „12.00 Uhr Mittag“!! konnten wir unseren Weg fortsetzten zur ersten Abladestelle nach Kakanij. Dort angekommen, wurden unsere Lkw in einem Hof in der Stadtmitte abgestellt. 4 Lkw wurden dort entladen und mit Hilfe von kl. Transporten in Kirchen und von der Caritas angemietete Lager gebracht . Ich selbst war mit einem anderen Lkw zu einem befreundetet Pfarrer in Kakanij mitgefahren bei dem der Lkw entladen wurde. Die Menschen (Helfer des Pfarrers) waren sehr dankbar und so luden sie uns nach getaner Arbeit in ihr bescheidenes Haus zu Schinken, Brot und Tee (Slibowitz J) ein. Auch wenn wir uns kaum verständigen konnten merkten wir wie dankbar die Menschen für unsere Hilfe waren. Leider wurde unsere tolle Erfahrung durch einen Anruf unseres Convoyleiters Michael Emmerling abrupt abgebrochen. Wir mussten sofort !- also SOFORT zu unseren Lkws in den Hof zurück da ca. 600 Zigeuner versuchten die Zäune nieder zu reißen und unsere Lkw`s zu plündern. So fuhren wir voller Sorge zurück zum Hof. Bei unserer Einfahrt beschimpften uns die Zigeuner warfen mit Gegenständen und versuchten mit uns in den Hof zu gelangen . Nur massiver Polizeieinsatz hinderte sie daran. Wir machten uns also auf, diesen unsicheren Ort zu verlassen. Wir fuhren im Konvoi unter Polizeischutz in ein Industriegebiet außerhalb der Stadt. Dort hat die Fa. Heidelberger Zement ein Werk -geschützt und bewacht. Unsere Lkw blieben dort sicher die ganze Nacht, während wir in einem kleinen Hotel endlich etwas Ruhe fanden. Am Morgen des 29.12 nach einem kurzen Frühstück fuhren wir dann gemeinsam zu „unserer“ 2. Abgabestelle Richtung Mostar. Auch dort arbeiten wir mit der Caritas zusammen. Auf einem Parkplatz blieben die 5 bereits leeren Lkw`s zurück. Wir drei noch voll beladenen fuhren in ein Berggebiet ca. 20 km von Mostar entfernt. Dort hat die Caritas ein kleines Lager (auch Kleidung, Schulsachen, Medizinische Sachen). Unsere Lkw wurden dort abgeladen und in den nächsten Tagen der Bevölkerung zur Verfügung gestellt - Verteilung durch Pfarrer und Gemeindmitglieder der Caritas). Gegen Abend fuhren wir völlig erschöpft zurück zu den anderen nach Mostar. Wir entschieden uns dort noch die Nacht zu verbringen, so dass wir am 30.12 dann den Heimweg antreten konnten. Wir fuhren über die Grenze bei Metkovic über Kroatien – Slovenien – Österreich – Graz . Dort trennten sich unsere Wege. Die Straubinger und „Nordbayern“ fuhren weiter Richtung Linz Passau München. Wir drei Allgäuer fuhren über Salzburg, Bad Tölz, Schongau, Marktoberdorf nach Hause. Wir erreichten gegen 18.00 Uhr unsere Familien pünktlich zum Essen.
Abschließend sind noch einige Eindrücke zu erläutern: - Bosnien hat bereits eine gute Infrastruktur, auch Industrie ist teilweise bereits in Betrieb. Doch der Unterschied zwischen Arm und Reich ist enorm. Links steht ein Haus mit Strom, Wasser, Fenster bis hin zum kleinen Pool im Garten – Rechts daneben eine Bretterbude in der 8 Personen „hausen“ müssen!- und wie bei uns: die Reichen werden immer reicher- aber geben den Armen nichts ab. Auch der immer noch korrupte Staat geht dagegen nicht vor, sondern fördert die Ungerechtigkeiten sogar noch,- wie wir erfuhren. Auch wenn viele sagen „Bosnien hat es doch gar nicht mehr nötig Hilfe zu beanspruchen“ – wir sahen was anderes- Elend, Krankheiten und dankbare Augen von Eltern und deren Kinder!!!
Marc Jäger
Lieber Marc,- vielen Dank für deinen Bericht!
Marc's Fotos findet ihr hier....
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