Eine lustige Überraschung

vom kleinen Bluff des weihnachtstrucker.de-teams

Weihnachtstrucker 2010

Rumänien / Bistrita-Nasaud

Wenn wir auch in diesem Jahr kurzfristig keine Zugmaschine mehr für uns organisieren konnten, habt ihr doch wohl nicht geglaubt, dass Roland und ich mit dem Hintern zu Hause auf dem Sofa sitzen bleiben um 2010 nichts für den Weihnachtstrucker zu tun! Wir wären nicht mit dem Herzen dabei wenn uns nicht auf die Schnelle eine Alternative eingefallen wäre. Ein kurzer Anruf bei Roland genügte, und schon war klar, dass wir zur Verabschiedung der Trucks auf jeden Fall nach Landshut müssen!

Am 2. Weihnachtsfeiertag holte ich Roland um halb sieben zu Hause ab und wir machten uns mit meinem PKW auf den Weg nach Landshut um wenigstens bei der Verabschiedung der LKW dabei zu sein. Alle die uns seit Jahren schon kennen waren nicht wenig überrascht uns hier anzutreffen und freuten sich riesig. Selbst Angelika Demmerschmidt staunte nicht schlecht als wir uns begegneten. Sie war mit ihrer ganzen Familie gekommen um die Trucker zu verabschieden. Brav schüttelten wir allen Freunden am Ende der Zeremonie kräftig die Hände, wünschten ihnen eine unfallfreie Fahrt und versprachen 2011 wieder dabei zu sein.

War’s das? Von wegen!!!

Nachdem ich noch alle Trucks bei der Abfahrt fotografiert und zusammen mit Roland fleißig gewunken hatte ging’s zurück zum Auto. Abflug,- volle Segel Richtung Autobahn und ab gen Rumänien! Logisch das wir uns ein Grinsen gegenseitig nicht verwehren konnten, denn der Bluff war uns geglückt!

Klar dass wir alles eingepackt hatten was man für einen insgesamt 3200 km Trip hin und zurück so braucht, inklusive einigen Geschenken für liebe Freunde in Rumänien. Unser Ziel,- die Region Bistrita-Nasaud mitten in Transsylvanien. Bis auf teilweise schneebedeckte Straßen in Ungarn und Rumänien verlief unsere Fahrt problemlos. Wir wechselten uns regelmäßig ab, verbrachten knapp vier Stunden im sitzen schlafend hinter einer ungarischen Tankstelle im Auto und erreichten nach einem Frühstück in Cluj so gegen halb zwei Nachmittag des 27.12. das Kinder und Jugendprojekt Tasuleasa Social auf 1200m Höhe am Birgu-Pass im Bezirk Bistrita-Nasaud.

Die Freude der ehrenamtlichen Jugendlichen, die mitten in den Vorbereitungen zum Empfang der Weihnachtstrucker alle Hände voll zu tun hatten, stand jedem ins Gesicht geschrieben, denn auch sie wussten nichts von unserer heimlichen Fahrt. Allen hatten wir schon vor dem Weihnachtsabend via Facebook mitgeteilt, dass es dieses Jahr leider nicht klappt nach Rumänien zu kommen. Umso herzlicher war nun die Begrüßung und somit war der erste Teil der Überraschung ein voller Erfolg.

Alin Uhlmann Useriu, der Deutsch-Rumäne der seit vielen Jahren die Paketverteilung in Rumänien koordiniert schlief bei unserer Ankunft, da er selbst erst einige Stunden zuvor mit dem PKW aus Deutschland angekommen war. Wir zählen den sympatischen Präsidenten von Tasuleasa Social zu unseren besten, aufrichtigsten Freunden, und das seit vielen Jahren. Auch er wusste nichts von unserer Fahrt nach Rumänien. Wir richteten uns in einem der beiden in den vergangenen 10 Jahren erbauten Häuser ein, die normalerweise während des Jahres zahlreichen Jugendlichen als Unterkunft bei vielen Projekten zur Verfügung stehen. Nach einer wohltuenden Dusche fanden wir uns im Küchengebäude ein wo Alin’s Mama schon die ersten leckeren Sachen für die Ankunft der Weihnachtstrucker vorbereitet hatte. Wir brauchten nun erst einmal einen starken Kaffee der dafür sorgen sollte, dass die Augen offen bleiben, denn wir hatten ja noch einiges vor!

Während wir so da saßen und nebenbei einige kleine Präsente an die jugendlichen Helfer verteilten öffnete sich die Tür und ein verschlafen dreinblickender Alin Uhlmann Useriu enterte blinzelnd und mit leicht elektrisiert wirkender Haarpracht Mama’s Küche. Das ihm bei unserem Anblick sprichwörtlich das Gesicht einfror lag mit Sicherheit nicht an den 8 Grad minus die draußen herrschten! „Ich glaub’s nicht!“ waren die ersten Worte die er rausbrachte nachdem er unseren Anblick geistig verarbeitet hatte. „Was ist denn hier los? Wie kommt denn ihr hierher?“ Ich teilte ihm daraufhin unter zwinkern mit, das uns entweder die ‚bezaubernde Jeanny‘ hierher genickt oder der Scotty vom Raumschiff Enterprise hierher gebeamt hat! Darauf Roland mit seinem trockenen Humor: „Wir können ja wieder geh’n!“ Mit einem „ihr spinnt ja, ihr Verrückten“ fiel er uns um den Hals und begrüßte uns wie sich nur gute Freunde willkommen heißen.

Wir erfuhren, dass die LKW’s gerade vor Cluj sind wo die Polizei sie schon erwartete um sie durch die Innenstadt zu begleiten. Wir wissen nicht wie Alin so etwas schafft, aber er sorgt schon seit mehreren Jahren dafür, dass die Weihnachtstrucker die in seine Region unterwegs sind, ab Cluj von Polizeifahrzeugen begleitet werden. Alleine die LKW Umgehung würde fast eine Stunde Fahrtzeit verschlingen! Mit Polizei durch die Innenstadt dauert die Durchfahrt gerade mal knapp 20 Minuten. Wir errechneten eine ca. Ankunftszeit der Weihnachtstrucker in frühestens zweieinhalb bis drei Stunden, so blieb uns noch etwas Zeit über den geplanten Ablauf der Paketverteilung zu plaudern.

Ca. 4 km vom Projekt befand sich ein LKW Parkplatz direkt an der Passstraße Richtung Vatra Dornei. Dort sollten die Trucks dann über Nacht stehenbleiben. Alin hatte eine 24 Std. Polizeibewachung organisiert, so war sichergestellt, dass an den vollgepackten Lastzügen niemand herumhantieren konnte. Es muss so gegen 22 Uhr gewesen sein als er uns mitteilte dass die LKW den Pass hochkommen. Roland und ich schnappten uns kurzerhand die beiden Projekteigenen Toyota Landcruiser und machten uns auf den Weg die Fahrer am Passparkplatz abzuholen. Die zwei einhalb Kilometer vom Projekt zum Pass führen über einen sehr schlechten Weg der zudem noch dick verschneit war, und so hatten die Allradfahrzeuge ihrer Bestimmung voll nachzukommen. Alin Uhlmann Useriu begleitete uns mit seinem VW-Syncro um soviele Fahrer wie möglich auf einen Rutsch zum Projekt und somit auch zu Dusche und Essen zu bringen.

Nun kam die Stunde der Wahrheit. Wir schlichen uns von hinten an Lorand Szüszner - den Convoyleiter heran und Roland begrüßte ihn mit den Worten: „Aamal simmer ned midm LKW dabei un scho gammelt ihr ewich draußen rum! Wo kummt ern etz her?- ‚s werd Zeit!“ Vor uns stand ein mehr als verdutzt dreinblickender Einsatzleiter, auch alle anderen – die wir in Landshut so schön verabschiedet hatten staunten Bauklötze in die kalte Gebirgsluft! Als wir alle begrüßt hatten hieß es ‚aufsitzen‘ und Abfahrt zum Tasuleasa Areal. Roland und ich fuhren dann noch ein weiteres Mal zurück zum Pass um die letzten verbliebenen Fahrer abzuholen.

Mit einem gemeinsamen Abendessen endeten erst einmal zwei ereignisreiche Tage bei eisigen Temperaturen und schneebedeckten Straßen.

Hinzuzufügen sei noch, dass die kompletten Kosten unserer Fahrt nach Rumänien von Roland Heinrich und mir selbst privat getragen wurden. Auch unsere Verpflegung während des Aufenthalts in Rumänien übernahmen wir selbst bzw. beglichen wir durch mitbringen von Naturalien, die sogar allen Fahrern noch zu Gute kamen. (Kaffee, Milch usw.)

Für uns war wichtig als Websitebetreiber und langjährige Weihnachtstrucker bei der Verteilung dabei zu sein und so einen Beitrag zu leisten, ob mit oder ohne LKW, denn beim Weihnachtstrucker zählt jede Hand die nicht in irgendeiner Hosentasche steckt!



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Noch Fragen???? :-) 



Bosnien 2010
Bericht 2010, die Verteilung der Pakete

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